Eva Vollmer - Roter Riesling trocken 2016

Viele Rebsorten neigen zu Farbmutationen - am bekanntesten sind wohl die weißen und "grauen" Pinotvarianten. Ebenfalls auf Mutationen zurückzuführen sind zum Beispiel Grenache blanc und gris, Sauvignon Gris, rosa Chardonnay oder der blaue Silvaner

Ob der Rote Riesling, bei dem es sich keineswegs um eine Rotweinsorte handelt, nun der Vorläufer oder ein Nachkomme des heute verbreiteten weißen Rieslings ist, darüber streiten sich Winzer und Ampelographen. Fakt ist: Der Riesling mit den roten Beeren erlebt eine Renaissance, wird vor allem in den hessischen Anbaugebieten Bergstraße und Rheingau immer mehr gepflanzt und weckt das Interesse von immer mehr Winzern und Weintrinkern. Dabei braucht man keine geschmackliche Revolution erwarten: Der Rote Riesling schmeckt in allererster Linie nach Riesling. Ob und inwiefern kleinere Beeren, etwas dickere Schale und rund eine Woche später einsetzende Fäule sich merkbar auf die Aromatik der Weine auswirken, muss die Erfahrung uns lehren. Insbesondere die letztgenannte Eigenschaft ist in Zeiten von steigenden Temperaturen und Niederschlägen jedoch sicherlich nicht von Nachteil. 

 

Die Biowinzerin Dr. Eva Vollmer hat die Rebsorte nach Rheinland-Pfalz, genauer ins rheinhessische Mainz-Ebersheim geholt. Hier muss der Wein noch als "Roter Riesling aus Versuchsanbau" klassifiziert werden. Der noch recht junge Wein zeigt tatsächlich ein bisschen Farbe und präsentiert sich golden im Glas. Der Duft direkt nach dem Öffnen feinfruchtig, fast ein wenig floral, später dann Riesling-typisch: Etwas Apfel, ein klein bisschen feurig und vor allem Zitrus. Im Mund geradlinig, trotz 13% nicht breit oder üppig, sondern vertikal und klar, nach und nach breitet sich immer deutlicher die fruchtige Säure aus und kleidet den Mund mit frischen Zitrus-, Pfirsich- und Apfelaromen aus. Angenehmerweise verbleibt er da ein kleines Weilchen. Etwas stutzig machen mich subtile, zunächst gelbfruchtige, dann würzige Aromakomponenten im Hintergrund. Was soll's? Mir schmeckt's!

 

Zusammenfassend: Ein sauberer, schöner Riesling mit ein paar Extraaromen, dessen rote Beerenfarbe man natürlich nicht einfach so herausschmeckt. Vielleicht wagen wir uns mal an eine kleine Vergleichsverkostung...

 

Alkohol: 13%

 

Punkte: 8,25

 

Preis: 12,20 €