vinum cum laude 2017- der Studentenweinpreis

100 deutsche Weine treffen auf rund 30 junge VerkosterInnen - so einfach ist das Prinzip von vinwin's vinum cum laude. Das besondere: Die Jury entspricht der Zielgruppe. Hier bewerten keine Experten, keine Weinprofis mit Supernase, sondern ganz normale junge Weintrinker ohne jahrelange Verkostungserfahrung. Es geht also weniger um Lagen- oder Sortentypizität, um Mineralität und Böden, sondern ganz einfach um die Frage: Wie schmeckt der Wein? Dementsprechend ersparen wir uns verkomplizierende Kategorien: Die Weine werden einfach und praktisch in vier Preisklassen eingeteilt: bis 6 Euro, zwischen 6 und 9 Euro, 9 bis 12 Euro und über 12 Euro. So findet jeder die Weine, die zum Anlass und zum momentanen Zustand des Geldbeutels passen. Während der Verkostung waren die Weine übrigens nach Rebsorten und nach Süße sortiert - die VerkosterInnen hatten keinen Schimmer, was die einzelnen Weine kosten. Die Weine wurden im bewährten vinwin-Verfahren bewertet, das am Ende dieser Seite nochmals beschrieben wird. Die detaillieren Ergebnisse der einzelnen Preiskategorien findest du auf den entsprechenden Unterseiten. In Best of your Uni werden die besten Weine der teilnehmenden Unistädte dargestellt.

vinwin's vinum cum laude - der Studentenwein des Jahres 2017

Den ersten Platz sichert sich mit dem Flagship Merlot 2012 des Weinguts Immengarten Hof aus Maikammer in der Pfalz ein reinsortiger Rotwein, der es hervorragend schafft, Kraft  und Harmonie zu vereinen. Kellermeister Frank Höhn gelingt es in Zusammenarbeit mit der Zeit, die diesem Wein die nötige Reife verleiht, eine schöne Balance zwischen Fülle, Tannin, präzisem Holz, Würze und fruchtigen Cassis- und Pflaumenaromen herzustellen. Mit rekordverdächtigen 9,1 Punkten bringt es der Wein nicht nur auf den ersten Platz in der Kategorie über 12 Euro, sondern gleichzeitig auch an die Spitze der gesamten Verkostung!

 

Was kam gut an, was nicht so? Ein wenig Statistik

Ein Blick auf die Daten lässt erkennen, welche Arten von Weinen unsere junge Jury bevorzugt. Dabei zeichnen sich zwei glasklare Gewinner ab: Zum einen sind das Weine aus Bouquetrebsorten (mittlere Bewertung 8,3) wie Sauvignon BlancScheurebeMuskatellerMorio-MuskatGewürztraminer oder auch Muskat-Trollinger, zum anderen, und das ist durchaus eine Überraschung, Rotweine (8,2). Erstere punkten mit einem hohen Wiedererkennungswert, guter Zugänglichkeit und fruchtigem Trinkspaß, letztere zumeist mit einem samtigen, vollmundigen Charakter. Bemerkenswert ist die Diskrepanz in den Bewertungen von Grau- und Weißburgunder. Während die Jury den meisten Grauburgundern nicht viel abgewinnen kann (7,7), gefallen die Weißburgunder mit ihrer feinfruchtigen, schlankeren Art (8,2). Schwer haben es weiße Cuvées (7,7), Müller-Thurgau (7,8) und vor allem Silvaner (7,5). Zusammenfassend lässt sich ein Trend zu fruchtigen Weinen feststellen, wenn auch einige besonders gut gemachte, anspruchsvolle und ernsthafte Weine ebenfalls gut abschneiden. Im Mittelfeld landen Riesling, RoséSpätburgunder und Schaumweine (alle 8,0).  In Bezug auf den Riesling bemerkenswert: Rechnet man den Riesling Brut Winzersekt des Weingut Braunewell mit ein, schaffen es von 25 eingereichten Rieslingen nur neun in die Top-Listen der verschiedenen Preisklassen. 

Viele Weingüter haben nicht ganz trockene Weine angestellt, wohl in der Annahme, dass diese bei einem jungen Publikum besonders gut ankämen. Es ergibt sich jedoch eine geringe negative Korrelation zwischen Restzucker und Bewertung (r=-.1). Im Schnitt gefallen den Verkostern also Weine mit weniger Restzucker tendenziell etwas besser. In der günstigsten Preisklasse unter 6 Euro schaffen es dennoch bemerkenswert viele Weine mit Restsüße in die Top-10. Hier hilft vielleicht ein wenig Restzucker, kleinere "Unebenheiten" einfacherer Weine etwas abzurunden. Apropos: Bezüglich des Preises der Weine lässt sich ein kleiner bis mittlerer Zusammenhang (r=.2) zwischen Preis und mittlerer Bewertung der Weine feststellen. Das bedeutet, dass teurere Weine im Schnitt ein klein wenig besser bewertet wurden. Wie bereits angesprochen, waren die VerkosterInnen über die Preise der Weine nicht informiert.

Was ist eigentlich ein guter Wein? Dieser Frage widmet sich der Artikel Der gute Tropfen. Die Frage, was ein guter Wein kosten sollte, beantwortet Der Preis. Wie sich der Geschmack eines Weintrinkers mit zunehmender Erfahrung entwickelt, kannst du in Die Entwicklung nachlesen.

 

vinwin-Bewertungssystem:

Unter 5 - Fehlerhaft, ungenießbar: Der Wein zeigt extreme Fehltöne und kann nicht oder nur unter Qualen getrunken werden.

5 bis 6 - Nicht gut: Der Wein ist zwar einigermaßen sauber und frei von Fehlern, schmeckt aber nicht oder ist äußerst unharmonisch.

6 bis 7 - Durchschnittlich: Der Wein ist sauber vinifiziert, einigermaßen harmonisch, aber nichts, was einen vom Hocker haut. 

7 bis 8 - Gut: Der Wein schmeckt und man trinkt ihn gerne, die Flasche leert sich schnell.

8 bis 9 -Sehr gut: Harmonisch und  komplex. Es macht Spaß, diesen Wein zu erforschen und es zeigen sich immer neue Facetten.

9 bis 10 - Hervorragend, gro´ß: Ein erstklassiger Wein, tief und komplex, mit außergewöhnlicher Aromenvielfalt und gleichzeitigem Genuss. Sehr selten bis rar, so ein Wein bleibt in Erinnerung.