Best of your Uni

Auch beim Wein macht es Sinn, regional einzukaufen. Man stärkt die regionale Wirtschaft, spart Transportwege und schont das Klima. Außerdem kann man sich selber ein Bild von der Produktionsweise vor Ort machen: Wer in einer Stadt mit Weinbau studiert, sollte unbedingt die Möglichkeit nutzen und den lokalen Weingütern einen Besuch abstatten. Wein ist ein emotionales Getränk und es macht doppelt Freude, ihn zu genießen, wenn man die Winzerin (oder den Winzer), ihre Arbeitsweise und ihre Rebflächen kennt. Meist kann man sich gemütlich durch das Sortiment probieren, wenn man am Ende zwei, drei Flaschen mit nach Hause nimmt. Hier findest du die best bewerteten Weine jeder an vinum cum laude teilnehmenden Unistadt bzw. ihrer angrenzenden Ortschaften:

Dresden: Der Favorit aus Sachsen ist Frédéric Fourrés Chimäre de Saxe 2016 aus Radebeul. Der Wein ist eine Art "Sächsisch Rotgold", eine hochinteressante Cuvée aus Grauburgunder und weiß gekeltertem Spätburgunder. Obwohl nur rund 20% von der Rotweinrebe stammen, erinnert er deutlich an einen Rosé bzw. Blanc de Noir. So paaren sich weiche Beerenaromen mit gelbfruchtigen und würzigen Noten des Grauburgunders. In Bezug auf Komplexität und Entwicklung ein extrem spannender Wein, dem die Jury gute 8,1 Punkte verleiht. 

Heidelberg: Der beste Wein der Kategorie 9 bis 12 Euro ist gleichzeitig der Favorit aus Deutschlands ältester Unistadt an der Badischen Bergstraße: Der 2015 Gewürztraminer Spätlese vom Weingut Clauer. Die Aromabombe entfaltet ein Bouquet von Rosen, Marzipan, Litschi und Weihnachtsgebäck. Weine mit Restzucker hatten es eigentlich schwer bei dieser Verkostung. Um zu begeistern, mussten sie schon mehr bieten als einfache Fruchtsüße. Genau das haben Jörg Clauer und Kellermeisterin Simona Maier hier geschafft und so ganze 8,9 Punkte erzielt. 9,20 € kostet der Wein ab Hof, zu dem man von Rohrbach Süd aus über einen schönen Weg durch die Rohrbacher Weinberge gelangt.

Konstanz: Bodensee-Weine sind gerne mal etwas teurer. Dieser hier ist mit 40,50 € nicht nur recht hochpreisig, sondern gleichzeitig auch wirklich gut: Der Meersburger Sängerhalde Spätburgunder Isabel 3 Lilien des Weingut Aufricht setzt sich über die Schwierigkeiten, die Spätburgunder Weinneulingen gerne bereitet, hinweg, und überzeugt die Jury mit Wucht und intensiven, dunklen Beerenaromen. Dafür gibt's 8,8 Punkte. Wer das Weingut besuchen möchte, nimmt die Fähre nach Hagnau und geht knapp 20 Minuten nach Stetten. 

Landau: Wohl keine deutsche Stadt hat so viele Weingüter in der näheren Umgebung zu bieten. Direkt ans pfälzische Landau grenzt der bekannte Weinort Siebeldingen, Heimat des Weingut Wilhelmshof. Dessen RONDO Rotwein trocken 2012 überzeugt mit seiner samtig-harmonischen Art und bringt es bei einem Preis von 6 Euro auf 8,4 Punkte.

Mainz: Mit einer ganz leichten Holznote konnte der Chardonnay trocken 2016 des Mainzer Weinguts Janz, übrigens der einzige Vertreter seiner Rebsorte im Feld, überzeugen.  Auffällig: Das exotische Bananenaroma. 8,7 Punkte gibt es für den Rheinhessen, der ab Hof 7 Euro kostet. 

Stuttgart: Das Weingut Karl Haidle liegt im Ort Kernen im Remstal, der direkt an die Landeshauptstadt angrenzt. Mit 8,4 Punkten überzeugt der Stettener Riesling vom Schilfsandstein. Der Riesling ist knochentrocken, eher von der mineralisch-würzigen Fraktion und , die Säure schön eingebunden. Ein sehr schöner, seriöser Wein für 9,60 Euro!

Trier: Der beste von der Mosel ist - wie sollte es anders sein - ein Riesling. Das Stiftungsweingut Vereinigte Hospitien setzt sich mit seinem Trierer vom roten Fels Riesling VDP.Ortswein 2016 an die lokale Spitze. Typisch Mosel ist die Säure des Weines mit etwas Restzucker abgefedert, wodurch sich ein schön zu trinkender, fruchtiger, aber auch überraschend vielschichter Wein ergibt. Der Riesling entwickelt sich beim Trinken und offenbart zum Finale sein typisches Bouquet. Die 8,50 Euro sind in 8,6 Punkte gut angelegt. Der richtige Anlass? Möglicherweise ein Essen, eine Verkosterin schreibt: "Der perfekte Wein zu Fisch!"

Würzburg: Das Zentrum des fränkischen Weinbaus bildet Würzburg. Das größte Weingut Frankens ist das in Stiftungsbesitz befindliche Juliusspital. Dessen ECHTER Secco überzeugte viele in der Jury mit seiner spritzigen, unkomplizierten Art. 8,6 Punkte gab's für den 7,50 Euro-Schaumwein.